Diabelli Variations

Beethoven: Diabelli Variations Op. 120

Joonas Ahonen, piano (J.B.Streicher, 1836)

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ÖRF journalist Peter Kislinger’s thoughts about the release (in German).

Beethoven – ungrimmig, unkantig, unaggressiv

Ein Streicher hilft dem seit seiner Kindheit von zeitgenössischer Musik frappierten finnischen Pianisten Joonas Ahonen, Beethovens letztes Monumentalklavierwerk, “33 Veränderungen über einen Walzer von Diabelli” – die Diabelli-Variationen, so zu spielen, dass Beethoven nicht wie der Beethoven seiner Kindheit “grimmig, kantig und aggressiv” klingt.

Ahonen, seit 2011 Mitglied des Klangforum Wien, hat sich vor allem als Interpret zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht. Ahonens Interesse an Beethoven erwachte, als er “nach und nach verstand, dass mein frühester Eindruck viel eher darauf gründete, wie Beethovens Musik aufgeführt wird, als darauf, was Beethovens Musik eigentlich ist oder sein könnte”.

Ahonen gelingt auf seiner jüngsten CD ein Bravourstück: den von Generationen von Pianist/innen wegen ihrer technischen und interpretatorischen Schwierigkeiten gefürchteten Diabelli-Variationen nicht auf einem Hightech-Klavier der Gegenwart spielerisch beizukommen, sondern auf einem Instrument des Jahres 1836, einem Johann-Baptist-Streicher-Hammerklavier aus der Sammlung Hecher in Wien, die auch für die Renovierung dieses Instruments zuständig war.

Das Klangbild ist weicher und wärmer, in den Höhen leicht gemütlich klimpernd, aber Ahonens an zeitgenössischer Musik geschultes Spiel verleiht den einzelnen Stimmen Eigenständigkeit und Farbe, was harmonische und rhythmische Finessen dieser Musik, ihre “Modernität”, ohrenfällig werden lässt. Ahonens Spiel ist dem ungeheuren kreativen Intellekt und Humor Beethovens ebenbürtig. Diese CD zählt für mich ab sofort neben den Aufnahmen mit Maria Yudina, Rudolf Serkin, Alfred Brendel, Angela Hewitt und Stephen Kovacevich zu meinen Favoriten.

– Peter Kislinger

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